Susanne Böhme: Mein Sprung zurück ins Leben


Fliegen wie ein Vogel, diese Vorstellung begeistert die Menschen bereits seit Jahrhunderten. Insbesondere das Wingsuit-Fliegen, also das Fliegen mit einem Flügelanzug, kommt diesem Traum bereits sehr nahe. Und dennoch wird von dieser Sportart in unserer Gesellschaft leider oftmals ein völlig falsches Bild vermittelt.

Susanne Böhme ist seit vielen Jahren B.A.S.E.-Jumperin und springt mit Leidenschaft im Wingsuit. 2012 war ihr bislang aktivstes Jahr: 250 Skydives und 100 B.A.S.E.-Sprünge gingen auf ihr Konto. Im Sommer konnte sie gemeinsam mit ihrem Team bei der Artistic Wingsuit Competition in Ungarn sogar einen guten 4. Platz erreichen.

Doch dann passierte die Katastrophe: Ende 2012 erlitt sie beim Springen einen tragischen Unfall. Querschnittlähmung lautete die Diagnose, die ihr Leben von einer auf die andere Sekunde komplett veränderte. Doch mit dem Schicksal zu hadern, ist nicht Susannes Sache. Nur neun Monate nach dem Unfall war sie schon wieder in der Luft. Jedoch nicht als Tandempassagier, sondern von Anfang an als Solospringerin. Ab der Hüfte noch vollständig gelähmt, hat sie einen Weg gesucht – und schließlich gefunden – sich selbst einen stabilen Freifall und eine sichere Landung zu ermöglichen.

Wieder auf die Beine zu kommen, wieder laufen zu lernen, das war ihr Ziel. Außenstehende hielten es anfangs für unmöglich, Querschnittgelähmte stehen nicht einfach auf und gehen wieder, genauso wenig wie man von heute auf morgen 100 km am Stück läuft.

Doch ein langes und ausdauerndes Training hat ihr schließlich den erhofften Erfolg gebracht. Nach ersten wackeligen Schritten, kann sie mittlerweile eine Strecke von über einem Kilometer zurücklegen. Mit der Teilnahme am „Wings for Life Worldrun 2015“ hat sie sich selbst den Wunsch erfüllt, wieder bei einer “normalen” Laufveranstaltung teilzunehmen und dabei ins Ziel zu kommen. Das hat sie mit Bravour gemeistert.

Susanne erzählt in ihrem Vortrag beim Extremsport-Tag von der Faszination des Wingsuits, aber auch der unbändigen Motivation, ihre Leidenschaft ein Leben lang ausüben zu können. Sie spricht darüber, wie wichtig es ist, sich selbst Mut zu machen und vor allem immer dran zu bleiben, auch wenn die Situation zunächst ausweglos erscheint.

Weitere Infos unter: www.wingsuit.de

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2011 im Lauterbrunnental (Fotograf: Jay Gambell)

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Susanne bei ihrem ersten Sprung nach dem Unfall im August 2013 (Fotograf: Volker Jordan)

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Wings for Life Wordrun 2015 (Fotograf: Manfred Schneider)

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